Was tun bei Regen in London? 3 Tipps für Bücherfans

Ihr seid in London und Regen kündigt sich an? Kein Problem für Bookies, denn die britische Hauptstadt bietet mit ihren vielen Bücherorten interessante Möglichkeiten, um dem schlechten Wetter zu entfliehen. Drei Ideen für einen Regentag in London findet ihr hier. ☔️📚

Nach Vintage-Schätzen stöbern auf dem South Bank Book Market

Southbank Book Market

Auf dem South Bank Book Market könnt ihr in Secondhand-Büchern aus einer Vielzahl von Genres stöbern. Besonders Fans von Vintage-Exemplaren aus dem Penguin Verlag werden hier fündig. Die Stände befinden sich unter einer Brücke, sodass ihr auch bei Regen nach literarischen Schätzen suchen könnt. Und falls es euch doch zu ungemütlich wird und ihr lieber drinnen nach Büchern stöbern wollt, ist die Foyles-Filiale am Southbank Centre nur ein kurzes Stück entfernt.
📍South Bank Book Market: Queen’s Walk, unter der Waterloo Bridge

Mit einem Kaffee in der Hand die British Library bestaunen

British Library

Schnappt euch ein heißes Getränk (zum Beispiel im Upper Ground Floor Café oder im King’s Library Café) und genießt es beim Bewundern der historischen Bücher in der King’s Library. Im frei zugänglichen Bereich der British Library findet ihr auch einen Buchladen und einen mit vielen buchigen Accessoires bestückten Geschenke-Shop. Wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen bieten euch zusätzlich die Möglichkeit, einen Regentag in London auf spannende Weise zu verbringen.
📍British Library: 96 Euston Road, St. Pancras

Einen Drink in einer Buchladen-Bar genießen

BookBar

Eine gemütliche Buchhandlung kombiniert mit Kaffee und Drinks ist einfach das Beste, um eine kleine Auszeit vom Trubel der Stadt zu genießen und ein bisschen Kraft zu tanken. Das gilt zwar nicht nur, aber besonders an Tagen mit schlechtem Wetter. Wenn ihr zum Beispiel in der BookBar in Chelsea einen Platz am Fenster ergattert, könnt ihr ganz gemütlich von Innen zuschauen, wie der Regen an die Scheiben prasselt, dabei einen Kaffee oder ein kühles Getränk schlürfen und die gesellige Stimmung der Buchladen-Bar aufsaugen.
📍BookBar: 11 Chelsea Manor St

Buchhandlung stories! in Hamburg: Bücher im Blick

Ein Geheim-Tipp ist die Buchhandlung „stories!“ vielleicht nicht mehr, aber auf jeden Fall eine große Empfehlung, wenn ihr in Hamburg unterwegs seid.

Freier Blick auf buchige Schönheiten

Durch die größtenteils weißen Regale und die großen Fenster heißt euch der 2008 eröffnete Buchladen mit heller, freundlicher Atmosphäre willkommen. Das Besondere bei „stories!“: Hier stehen viele Bücher nicht nebeneinander aufgereiht mit dem Rücken nach vorn in den Regalen. Stattdessen werden sie mit dem Buchdeckel frontal in Rahmen präsentiert, sodass der Blick direkt frei ist auf viele verlockende Cover.

Sitzgelegenheiten und die Möglichkeit für eine Kaffeepause gibt es übrigens auch (hab ich bei meinem Besuch nicht ausprobiert, aber vielleicht beim nächsten Mal 😊).

Hier geht’s zur Buchhandlung

stories! Die Buchhandlung
Straßenbahnring 17
20251 Hamburg

https://www.stories-hamburg.de/shop/

Biblioteca Marucelliana: Eine versteckte historische Bibliothek in Florenz

Buchiger Tipp für Florenz: eine historische öffentliche Bibliothek, abseits des Trubels und mit freiem Eintritt.

Ein Bücherort mit Geschichte

Die Biblioteca Marucelliana mit ihrem schönen historischen Lesesaal ist seit 1752 der Öffentlichkeit zugänglich. Benannt nach ihrem Gründer, dem Abt Francesco Marucelliana, sollte der Bibliotheksbestand sich nicht an Gelehrte richten, sondern einem breiten Publikum offenstehen und vor allem armen Menschen das Studium erleichtern – zu der Zeit alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Ein offener Ort des Wissens für Florenz

Ein Ort zum Recherchieren und Lernen ist die Biblioteca Marucelliana mit ihrem etwa 40.000 Bände umfassenden Bestand bis heute geblieben. An den langen Holztischen des von meterhohen Bücherregalen gesäumten Bibliothekssaals gibt es Steckdosen für Laptops und kostenfreies Wifi.

Der Eintritt in die Bibliothek ist frei, ihr müsst nur eure Taschen in einem Spind einschließen. Obwohl das Gebäude in der Via Cavour und damit nah am trubeligen touristischen Stadtzentrum von Florenz liegt, ist es hier ruhig und die Zahl der Besucher*innen überschaubar – perfekt um kurz abzutauchen und die magische Atmosphäre einer historischen Bibliothek zu genießen.

Hier geht’s zur Bibliothek

Biblioteca Marucelliana
Via Cavour 43-47
Firenze / Florenz
https://marucelliana.cultura.gov.it/

Augustinerkloster: Versteckte Bibliothek im Herzen von Erfurt

Ein Ort der Ruhe und Entspannung mitten in Erfurt: Das Augustinerkloster mit seinen steinernen Mauern und blühenden Gärten ist echtes Juwel. Und auch für Buchliebhaber*innen gibt es hier einen besonderen Schatz zu entdecken: eine Kloster-Bibliothek mit jahrhundertealter Geschichte.

Schon 1646 wurde die Klosterbibliothek ins Leben gerufen und ihr vollständiger Name leitet sich bis heute von den Pfarrern ab, die sie gegründet haben: Bibliothek des Evangelischen Ministeriums. Im Laufe der Zeit ist die Bibliothek innerhalb des Klosters immer wieder umgezogen und hat ihren heutigen Platz in den 1980er-Jahren im ehemaligen Dormitorium eingenommen. Wo früher Mönche geschlafen haben, ruhen heute also Bücher. Etwa 60.000 von ihnen teilen sich den Platz in den hölzernen Regalen und auch historische Handschriften gehören zum Bestand, die älteste stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Schon nach wenigen Schritten weht mir der Duft von alten Büchern in die Nase, der in mir direkt ein wohliges Gefühl auslöst – die Bücher-Nerds unter euch verstehen sicher, was ich meine… Zusammen mit den Büchern bildet der Bibliothekssaal mit seiner spitz zulaufenden Decke und den verzierten Fenstern eine beeindruckende Kulisse.

Wenn ihr euch davon selbst überzeugen wollt, wendet ihr euch am besten direkt an Dr. Michael Ludscheidt, der die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums schon seit mehr als 20 Jahen leitet. Für Gruppen bietet er 45-minütige Führungen an, ihr könnt euch bei ihm aber auch anmelden, wenn ihr den Lesesaal nutzen möchtet. Das geht kostenfrei und ist unabhängig davon, ob ihr die Bestände der Bibliothek nutzen wollt oder ihr vielleicht euren Laptop mitbringt, um einfach mal an einem anderen Ort zu lernen oder zu arbeiten. In einem Raum, in dem einen so viel gebündeltes Wissen umgibt, lässt es sich bestimmt gut denken.

Auf der Website www.augustinerkloster.de findet ihr alle wichtigen Infos rund um die Öffnungszeiten, Termine für Führungen und Veranstaltungen und die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme.

Buchabenteuer in Erfurt: Eine Stunde allein in der Buchhandlung Contineo

Die Tür fällt zu, der Schlüssel dreht sich im Schloss und wir sind allein. Allein in einer Buchhandlung, in der wir in den nächsten 60 Minuten ungestört stöbern können! Was klingt wie der schöne Traum eines Bücherfans, lässt die Buchhandlung Contineo in Erfurt gerade Realität werden. Zusammen mit einer Freundin habe ich das Angebot „Einschließen & Genießen“ ausprobiert, bei dem uns Inhaberin Christiane Mock ihren kleinen Laden auf der Magdeburger Allee für eine Stunde lang überlassen hat.

Contineo: Eine Buchhandlung mit Wohnzimmer-Gefühl

Das gemütliche Sofa und der liebevoll gedeckte Tisch mit Knabbereien sorgen dafür, dass ich mich in der Buchhandlung Contineo wie zu Hause fühle.

Angesichts dieser seltenen Gelegenheit sind wir beide vollauf begeistert und wissen gar nicht, was wir zuerst machen sollen: die Bestände der gut gefüllten Regale genauer anschauen oder erst mal Platz nehmen auf dem gemütlichen Sofa vor dem Ladenfenster? Auch Snacks und Getränke stehen für uns bereit, ein Strauß mit bunten Schnittblumen macht das heimische Gefühl perfekt. Ein bisschen fühlt es sich an, als wären wir in einem Escape Room, aus dem wir nie ausbrechen wollen.

Die Bücherliebe in Zeiten von Corona: Contineo versorgt weiter mit Lesestoff

Der Anstoß für die Aktion „Einschließen & Genießen“, die es in ähnlicher Form in anderen Buchhandlungen bereits seit Längerem gibt, kam für Christiane Mock mit der Corona-Pandemie. Während der verordneten Schließzeit für die Buchhandlung Contineo war die zweifache Mutter zunächst mit dem Rad quer durch Erfurt unterwegs, um Bücher auszuliefern und so den Betrieb am Laufen zu halten. Als die Buchläden wieder aufmachen durften, stand sie aber vor einem neuen Problem: Sie und auch die stundenweise beschäftigten Aushilfen können die Öffnungszeiten nicht komplett abdecken, solange Kitas und Schulen weiter nur reduziert oder gar nicht arbeiten können. Und so beschloss Christiane Mock, vorläufig jeweils von Montag bis Freitag zwischen 11 und 15 Uhr und von 18 bis 20 Uhr den Kund*innen das Zepter ihres Bücherreichs zu übergeben. Insgesamt drei Personen aus maximal zwei Haushalten dürfen sich dann eine Stunde in der Buchhandlung Contineo reservieren. Die Inhaberin, die praktischerweise nur wenige Schritte entfernt wohnt, ist während dieser Zeit telefonisch für Fragen erreichbar und wenn nötig schnell wieder vor Ort. Zehn Euro kostet das private Vergnügen pro Person, die bei einem Einkauf von mehr als 20 Euro verrechnet werden.

Ungestört stöbern, Schätze entdecken

Genau hinschauen: In der Buchhandlung Contineo in Erfurt lassen sich wunderbar auch auf den zweiten Blick viele Schätze entdecken.

Langweilig wurde es uns innerhalb der Stunde in der Contineo auf jeden Fall nicht. Dazu ist das Angebot zu breit gefächert: Von Kinderbüchern über aktuelle Belletristik bis hin zu Kochbüchern und Sachliteratur zu Geschichte und Gesellschaft haben die hölzernen Regale eine gute Mischung zu bieten. Dass oftmals unterschiedliche Titel auf einem Stapel übereinander liegen, macht das Stöbern umso spannender – unter jedem Buch könnte sich schließlich noch ein anderer interessanter Schatz verbergen.

Contineo: Nicht wegzudenken von der Magdeburger Allee

Die vielfältige Struktur des Sortiments kommt nicht von ungefähr, wie Christiane Mock erklärt: „Buchhandlungen spiegeln immer auch ihren Stadtteil, denn wir sind ja für die Kundschaft hier da.“ Und das Lesepublikum rund um die Magdeburger Allee ist ein anderes als in der Innenstadt, wo die 38-Jährige zuvor in einem Antiquariat arbeitete. Während sich um den Domplatz herum viele Tourist*innen und Zugezogene tummeln, gehören nördlich vom Zentrum auch viele ältere Menschen, die schon lange im Viertel wohnen, zu den Stammkund*innen. Und die interessieren sich zum Beispiel stark für DDR-Literatur und die Themen Wende und Umbruch, die von der innerstädtischen Zielgruppe kaum nachgefragt wurden, wie Christiane Mock zu berichten weiß. So ist es für den Erfurter Norden und die Menschen hier ein Glücksfall, dass die gelernte Buchhändlerin vor drei Jahren die Stadteilbuchhandlung übernommen und so ein neues Kapitel in der 30-jährige Geschichte des Geschäfts aufgeschlagen hat.

Eine Buchhandlung als sicherer Raum in der Corona-Krise

Mit dem Angebot „Einschließen & Genießen“ will die engagierte Thüringerin in der Corona-Krise auch den Menschen einen sicheren Raum außerhalb der eigenen vier Wände geben, die sich wegen ihres Alters oder aus anderen Gründen noch nicht wieder in die großen, belebten Geschäfte trauen. Aber auch alle, die einfach einmal wieder etwas unternehmen wollen, auf das sie sich freuen und hinterher darüber reden können, sind herzlich willkommen. Für uns hat das auf jeden Fall funktioniert: Mit neuen Büchern beladen und um viele Eindrücke reicher, werden wir diese besondere Stunde bestimmt nicht so schnell vergessen.

Infos auf einem Blick

Buchhandlung Contineo
Magdeburger Allee 90
99086 Erfurt

Wie lange die Aktion „Einschließen & Genießen“ noch läuft, ist aktuell noch nicht sicher. In den nächsten Wochen könnt ihr euch aber noch einen Platz sichern. Alle Infos dazu findet ihr hier: Website Buchhandlung Contineo

Martinus.sk – Wo es in Bratislava einen Himmel aus Büchern gibt

Oft sind es die kleinen, leicht chaotischen Buchläden, die mit urigem Ambiente Bücherwürmer in ihren Bann ziehen und es teilweise bis zum Kultstatus schaffen. Auch ich habe ein Herz für „die Kleinen“. Als ich auf meiner Interrail-Reise in Bratislava Station gemacht habe, musste ich aber wieder einmal erkennen, dass auch größere Buchhandlungen durchaus Charme versprühen können. Vor allem, wenn sie so detailreich eingerichtet sind, wie die Filiale von Martinus.sk in der Obchodná 26.

Hogwarts auf Slowakisch

Mit Läden an neun Standorten quer durch die Slowakei gehört Martinus.sk zu den größten Buchhandelsketten des Landes. Als ich den Ableger in Bratislava betrete, der sich hinter einer modernen Fassade Glas-Fassade verbirgt, tauche ich dann auch direkt in ein emsiges Gewusel aus Kunden und Angestellten ein. Auf den ersten Blick wirkt das Innere des Ladens ebenfalls eher modern und aufgeräumt. Beim Durchstreifen der Regale entdecke ich aber immer mehr Einzelheiten, die dem Geschäft zusammen eine gemütliche Atmosphäre geben. Hier und da laden rote Polster und Sitzsäcke zu einer Schmöker-Pause ein, Wegweiser mit Begriffen aus bekannten literarischen Werken zeigen die Richtung zu den verschiedenen Abteilungen im Belletristik-Bereich. So erfahre ich auch, dass Hogwarts auf Slowakisch wohl „Rokfort“ heißt – wieder etwas gelernt! 😉

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Ein Himmel aus Büchern im Café Foxford

Endgültig überzeugt bin ich von Martinus, als ich das Café mit dem Namen „Foxford“ im Obergeschoss entdecke. Ein Meer – oder besser gesagt ein Himmel – aus aufgeklappten Bücher schwebt dort unterhalb der Decke und sorgt dafür, dass mein Blick unwillkürlich immer wieder nach oben wandert. Aber auch weiter unten gibt es so manches zu bestaunen: Lampenschirme aus Buchseiten und Tische in Form von überdimensionalen Notizbüchern mit Stiften als Beine machen das bibliophile Ambiente perfekt.

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Keine Frage, dass ich mich hier für eine kleine Pause niederlasse. Und dabei bin ich natürlich nicht die Einzige. Kleine Gruppen, die fröhlich bei einem verspäteten Frühstück quatschen, sitzen um mich herum, während andere das Café nutzen, um am Laptop zu arbeiten (freies WLAN macht es möglich). Ich schaue derweil einen Stapel Bücher durch, um die schwere Entscheidung zu treffen, welche davon mich aus der Buchhandlung heraus begleiten dürfen. Alle, die mein Interesse geweckt haben, zu adoptieren, ist leider mit dem Gedanken an den mangelnden Platz im Koffer und das Reisebudget nicht drin – ihr versteht das Problem sicher. 😉

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Versüßt wird mir der Auswahlprozess von meinem Earl Grey Latte. Die milchgeschäumte Version einer meiner liebsten Tee-Sorten schmeckt einfach himmlisch und ich finde, dass mehr Cafés sie auf der Karte haben sollten.

Mein Fazit:

Die Filiale von Martinus.sk mit ihrem wunderschön eingerichteten Café ist wirklich ein echter Hingucker und ein Ort zum Wohlfühlen für Literaturfreunde. Das recht große Angebot an englischen Büchern sorgt dafür, dass auch Leseratten ohne Slowakisch-Kenntnisse neuen Stoff zum Schmökern finden.

Hier geht’s lang:

Martinus.sk
Obchodná 26
811 06 Bratislava

Massolit Books and Café – eine Oase der Ruhe mitten in Budapest

Bücher, Kaffee und ein geheimer Garten – das klingt nach einer verlockenden Mischung, die da auf einem handgeschriebenem Schild vor dem „Massolit Books and Café“ in Budapest angekündigt wird. Keine Frage, dass ich mich davon selbst überzeugen muss.

Massolit Books and Café Budapest

Massolit – Eine Quelle für besondere Bücher

Schon beim Betreten verbreitet das kleine Geschäft im jüdischen Viertel der ungarischen Hauptstadt einen gemütlichen Charme. Eine Mischung aus gebrauchten und neuen Büchern bevölkert die deckenhohen Regale in den verwinkelten Räumen. Inhaltlich legt Massolit einen Fokus auf Bücher, die in Osteuropa nicht zum Mainstream gehören und deshalb schwieriger zu bekommen sind. Dazu gehören zum Beispiel Themen wie progressive Politik, Gender Studies oder jüdische Studien.

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Die meisten Titel sind englischsprachig, aber auch französische und deutsche Werke lassen sich beim Stöbern entdecken. Direkt am Eingang fällt der Blick zunächst auf die Auslagen mit Büchern ungarischer Autoren und danach auf den Tresen, der gleichzeitig als Kasse und Kaffee-Bar dient.

Platz nehmen und entschleunigen

Immer wieder laden beim Erkunden des labyrinthartigen Ladens gemütliche Sessel mit Flohmarkt-Charme zum Sitzen, Schmökern und Kaffee schlürfen ein. Ursprünglich kommt Massolit aus Krakau und was dort schon erfolgreich funktioniert, scheint auch in Budapest gut anzukommen: Fast alle Plätze sind an diesem sommerlichen Sonntagnachmittag belegt.

Massolit Books and Café Budapest

Hat man den Laden einmal durchquert, landet man dann auch in dem angekündigten geheimen Garten. Der ist zwar nicht groß und auch ein bisschen schrammelig, aber als Rückzugsort für eine kleine Pause von dem sonst eher lautem Treiben in den im Sommer sehr geschäftigen Straßen des jüdischen Viertel gerade zu paradiesisch.

Bei Massolit steht Entschleunigung auf dem Programm, mein bestellter Milchkaffee lässt eine ganze Weile auf sich warten, in seliger Ruhe arbeitet der Mitarbeiter hinter dem Tresen die Bestellungen ab. Doch während ich an diesem schönen Ort durch die Seiten eines ungarischen Bestseller blättere, stört mich das überhaupt nicht.

Mein Fazit:

Massolit ist eine kleine und etwas versteckte Oase inmitten der Innenstadt von Budapest. Vielleicht weniger eine Empfehlung für einen schnellen Espresso zwischendurch, sondern eher für alle, die sich inmitten von Büchern Zeit für einen Moment der Ruhe gönnen wollen.

Hier geht’s lang:

Massolit Bookstore & Cafe
Nagy Diófa utca 30
1072 Budapest

Bücherfülle zum Staunen bei Shakespeare and Company in Wien

Shakespeare and Company – ein Name, der die Augen von Buchliebhabern wohl sofort sehnsüchtig zum Leuchten bringt. Zwar steht das berühmte Original in Paris noch auf meiner Bucket-List, aber auch in Wien gibt es eine Buchhandlung, die den Namen des großen Barden trägt und schlichtweg bezaubernd ist.

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Bücher, wohin das Auge schaut

„Let yourself be found by a book“ steht auf der Webseite von Shakespeare and Company. Beim Betreten des kleinen Ladens im ersten Wiener Bezirk, einem der ältesten Teile der österreichischen Haupstadt, war mir auch direkt klar, warum dieser Satz den Nagel auf den Kopf trifft. Denn die Regale erstrecken sich hier bis zur Decke, ohne Leiter wären die obersten Fächer nicht erreichbar.

Und auch sonst sehe ich überall, wo mein Blick hinfällt nur Bücher, Bücher, Bücher. Einen bestimmten Titel hier allein zu finden, scheint unmöglich. Umso schöner ist es dafür, einfach durch die Exemplare auf den vielen Stapeln, in Schränke und auf Tischen zu stöbern, bis einem etwas interessantes in die Hände fällt – sich also von einem Buch finden zu lassen.

 

Ein Labyrinth aus Literatur mitten in Wien

Jeder verfügbare Platz in den verwinkelten Räumen von Shakespeare and Company in Wien wird mit Büchern bestückt, sodass aus dem Laden ein echtes Literatur-Labyrinth wird, in dem man sich ewig verlieren (oder am besten gleich dort einziehen) möchte. Langweilig würde es mir so schnell auf jeden Fall nicht werden, denn das Geschäft führt englischsprachige Bücher, neu und gebraucht, in nahezu jedem Genre.

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Mein Fazit zu Shakespeare and Company:

Wenn ihr in Wien seid, solltet ihr dieses versteckte Juwel mitten im Stadtzentrum auf jeden Fall besuchen, euch von der Fülle der Bücher zum Staunen bringen lassen und einfach die heimelige Atmosphäre bei Shakespeare and Company genießen.

Hier geht’s lang:

Shakespeare and Company Vienna
Sterngasse 2
1010 Wien

Büchertraum in Budapest: die Ervin Szabó Bibliothek

When in doubt, go to the libary! Das Motto gilt nicht nur für Hermine Granger in Hogwarts, sondern auch für mich auf Reisen. Für meinen Aufenthalt in Budapest stand deshalb die Ervin Szabó Bibliothek mit ihren prunkvollen Sälen ganz oben auf dem Programm.

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Die schmucke Bibliothek ist im ehemaligen Wenckheim-Palast untergebracht und wurde nach dem ungarischen Wissenschaftler und Bibliothekar Ervin Szabó benannt. Wo früher die adlige Familie Wenckheim schlief, dinierte und rauschende Feste feierte, ist heute der zentrale Anlaufpunkt für Budapester Bücherwürmer. Und natürlich auch für Gäste.

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Für sieben Euro kann man sich für einen Tag in der Bibliothek registrieren und damit das ganze, etwa 13.000 Quadratmeter  große Gebäude mit 15 Leseräumen und etwa 1000 Sitzgelegenheiten in Augenschein nehmen. Ein Café im Erdgeschoss hilft gegen Hunger und Durst an einem langen Bibliothekstag.

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Das Highlight ist für mich natürlich die vierte Etage. Dort warten die historischen Lesesäle im Rokoko-Stil, die – entweder mit dunklem Holz vertäfelt oder in strahlendem Weiß mit goldenen Verzierungen – eine echt ehrwürdige Atmosphäre ausstrahlen. An einen der Holztische zu arbeiten oder in einem der bequemen Sessel mit einem guten Buch versinken – wenn ich in Budapest leben würde, wäre die Ervin Szabó-Bibliothek wohl ein Ort, wo man mich ständig treffen würde. Ganz nach Hermines Motto. 🙂

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Hier geht’s lang:

Fővárosi Szabó Ervin Könyvtár / Metropolitan Ervin Szabó Library
Szabó Ervin tér 1
Budapest

Metro-Haltestelle Kálvin tér

Im Bücherhimmel: der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek

Bücherregale aus dunklem Holz, die sich über zwei Etagen bis zu einer prächtig bemalten Decke erstrecken – die Bilder, die ich bei der Vorbereitung für meine Interrail-Reise vom Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek gesehen habe, waren viel versprechend. Und meine Vorfreude sollte belohnt werden, denn de9r barocke Bibliothekssaal hat mich direkt in den Bücherhimmel katapultiert.

Der Prunksaal: eine Augenweide

Der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek zählt zu den schönsten historischen Bibliotheken der Welt. So steht es in der Broschüre, die ich mir am Eingang mitnehme und nach dem Betreten der „heiligen Hallen“ glaube ich das sofort. Allein schon durch seine stattlichen Maße von 77 Metern in der Länge, 14 Meter in der Breite und knapp 20 Metern in der Höhe sorgt der Saal direkt dafür, dass sich meine Augen staunend weiten.

Die rund 200.000 Bände, die die hölzernen Regale füllen und die bunten Fresken in den Flügeln und der knapp 30 Meter hohe Kuppel tun ihr übriges, um das Herz eines jeden Bücherwurms höher schlagen zu lassen.

Bibliophile Pilgerstätte in Wien

Im Zentrum des Prunksaals steht eine Statue von Kaiser Karl VI., der den Bau des barocken Juwels für seine Hofbibliothek veranlasst hat. Von 1723 bis 1726 wurden die Pläne von Hofarchitekt Johann Bernhard Fischer von Erlach Wirklichkeit – und sorgen bis heute dafür, dass Bücherfreunde in Wien eine Pilgerstätte haben.

Was mich besonders gefreut hat: Im Gegensatz zur ebenfalls wunderschönen historischen Bibliothek im Kloster Strahov in Prag, kann man den Prunksaal in Wien betreten und – solange der Blitz aus bleibt – nach Herzenslust fotografieren.

Aktuell wird der historische Buchbestand des Prunksaals übrigens von der Österreichischen Nationalbibliothek gemeinsam mit Google digitalisiert.

Meine Fazit:

Der Prunksaal ist einen Besuch und die sieben Euro Eintritt auf jeden Fall wert und lässt die Herzen von Buchfreunden und Fans von historischer Architektur höher schlagen.

Hier geht’s lang:

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek Josefsplatz 1 1015 Wien