Wer Bücher liebt, pflegt seine Schätze meist mit Liebe und Sorgfalt, damit sie möglichst lange erhalten bleiben. Dass aber auch auf ausgediente Exemplare mehr warten kann, als der Altpapier-Container, zeigt eine Ausstellung von Nechama Lavendel in Erfurt.
Vom Abfall zum Ausstellungsstück
Die Künstlerin aus Israel sammelt für ihre Werke ausrangierte Bücher, die auf Flohmärkten oder Müllhaufen gelandet sind. Romane, Kinderliteratur oder Geografiebücher werden dann zum Rohstoff ihrer Kunstwerke und bekommen so ein zweites Leben.
Ganz ohne „Schmerzen“ läuft die Wiedergeburt zwar nicht ab, denn Nechama Levendel nimmt die Bücher gründlich auseinander. Was dabei herauskommt, dürfte dann aber auch die überzeugen, die sonst schon bei Eselsohren allergisch reagieren. Seiten, die so gebogen werden, dass sie an das Portal einer Kirche erinnern oder Buchdeckel, die zu Meereslandschaften werden – mit viel Kreativität zeigt Nechama Levendel, dass Bücher auch in nicht (mehr) lesbarem Zustand einfach schön sind.
Kinder, wie die Zeit vergeht! Manchmal komme ich mir schon vor wie eine alte Dame, aber ehrlich gesagt, habe ich in diesem Jahr das Gefühl, dass die Wochen und Monate besonders schnell verstreichen. Der Vorteil dabei: Mein Interrail-Trip rückt mit großen Schritten näher! Bereits im März habe ich mir das Ticket gekauft, jetzt dauert es nicht mal mehr eine Woche, bis ich meine erste Reise-Station erreiche. Inspiriert hat mich bei der Planung meiner Route unter anderem das wundervolle Buch „In 60 Buchhandlungen durch Europa“ von Torsten Woywod.
Reiseführer für Leseratten
In dem Buch, das allein schon durch seine schöne und wertige Aufmachung die Blicke auf sich zieht, nimmt Torsten die Leser mit auf seine Reise zu Buchläden quer durch Europa. Von Porto bis London, von den Niederlanden bis Rumänien deckt er Juwelen auf, die das Herz jedes Buchliebhabers höher schlagen lassen. Bilder und lebendige Beschreibungen sorgen dafür, dass man am liebsten sofort seine Koffer packen möchte und die Tatsache verflucht, dass das Beamen noch nicht erfunden wurde.
Aber nach unzähligem Durchblättern mit sehnsüchtigem Blick ist es jetzt an der Zeit für mich, einige Orte aus dem Buch selbst zu entdecken. Für meinen 15-Tage-Interrail-Pass habe ich mir die Städte Wien, Budapest, Bratislava und Prag ausgesucht.
Nächster Halt: Wien!
Für die erste Station Wien steht, inspiriert von „In 60 Buchhandlungen durch Europa“, auf jeden Fall ein Besuch bei Hartliebs Bücher für mich auf dem Programm. Das Besondere dort: Inhaberin Petra Hartlieb schreibt auch selbst und hat das Abenteuer, wie sie zu ihrem Laden kam, im Buch „Meine wundervolle Buchhandlung“ festgehalten. Sehen muss ich in Wien auf jeden Fall auch die österreichische Nationalbibliothek. Ich kann es kaum erwarten, den prächtigen barocken Saal auf mich wirken zu lassen.
Bibliophile Kaffeepausen in Budapest und Bratislava
In Budapest weiß ich dank „In 60 Buchhandlungen durch Europa“ schon jetzt, wo ich eine Kaffeepause einlegen werde: im wunderschönen, üppig golden verzierten Alexandra Book Cafe. Auch in Bratislava wartet ein Büchercafe, diesmal eine modernere Version, in der Buchhandlung Knihkupectvo Martinus auf mich.
Empfehlungen erwünscht
In Prag bin ich dann auf mich allein gestellt, was die Reise-Inspriration angeht, denn die Stadt kommt im Buch von Torsten Woywod nicht vor. Bei meinem letzten Aufenthalt in der tschechischen Hauptstadt konnte ich bereits einige tolle Bücherorte entdecken, diesmal will auf jeden Fall der Buchhandlung Shakespeare and Sons einen Besuch abstatten.
Ich kann es kaum erwarten in den Zug zu steigen und freue mich übrigens über weitere Tipps für Wien, Budapest, Bratislava und Prag. 🙂
Erfurt hat jede Menge schöne Ecken zu bieten und zu meinen Lieblingsplätzen in der Stadt gehört auf jeden Fall der egapark. Im „Garten Thüringens“ bilden Wiesen, Beete voller Blumen in bunten Farben und Gärten mit verschiedenen Themen eine grüne Oase. Jede Menge Bänke und andere Sitzgelegenheiten laden dazu ein, mit einem Buch (oder ohne) Platz zu nehmen.
Ein Pavillon voller Bücher
Der egapark ist also an sich schon ein toller Ort zum Schmökern. Noch höher schlug mein Buchliebhaber-Herz, als ich zum ersten Mal den Lesepavillon entdeckt habe. Umrundet von Blumen bietet der gläserne Pavillon eine große Auswahl an Büchern, bequeme Liegestühle liefern den passenden Sitzplatz direkt dazu.
Lesevergnügen im Sommer
Im Winter findet die bunte Mischung an Büchern zu ihrem eigenen Schutz einen anderen Platz, aber im Frühling und Sommer warten sie in den prall gefüllten Regalen auf neugierige Leser.
Für alle, die in Erfurt Abwechslung bei ihre Leseplätzen suchen, ist der Lesepavillon im egapark – gerade in der warmen Jahreszeit – mein Tipp.
Vor Kurzem hatte ich in Berlin drei Stunden bis zur Abfahrt eines Zuges zu überbrücken. Und wie lässt sich so ein Zwischenstopp am besten verbringen? Richtig, mit dem Stöbern nach neuen Büchern! Genau das habe ich auch getan und mir dafür das Kulturkaufhaus Dussmann ausgesucht.
Allein schon wegen seiner zentralen Lage war die überdimensionale Buchhandlung ein ideales Ziel für meine Wartezeit. Nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Friedrichstraße entfernt, ist das Geschäft auch vom Hauptbahnhof aus schnell zu erreichen.
Kaufhaus statt Buchladen
Beim Betreten wird dann auch direkt klar, warum es KulturKAUFHAUS heißt: Für die fünf Etagen, die sich über mehr als 7000 Quadratmeter erstrecken, wäre Buchladen schlichtweg eine Untertreibung. Neben Büchern gibt es hier außerdem auch Schallplatten, Noten, Geschenkartikel und Filme. Ich habe mich aber natürlich vor allem auf die Bücher konzentriert und war von der Menge des Angebots schon ein bisschen beeindruckt.
Große Auswahl im English Bookshop
Angetan hat es mir vor allem der English Bookshop, der sozusagen als Laden im Laden ein Teil des Kulturkaufhauses ist. Von Klassikern bis zu moderner Literatur und aktuellen Bestsellern gibt es dort eine Auswahl an englischsprachigen Büchern, von der ich in Erfurt nur träumen kann. Und da ich Buch-Shopping ganz „old school“ im Geschäft – so mit vorher anschauen, anfassen und durchblättern – lieber mag, als online zu kaufen, habe ich mich kurz wie im Paradies gefühlt.
Besonders gefallen haben mir auch die vielen gemütlichen Ecken, die zum Probelesen einladen.
Wer im Kulturkaufhaus Dussmann hungrig wird, auf den wartet im Untergeschoss ein Restaurant. Beeindruckend anzusehen ist auch der vertikale Garten, der sich über eine große Wandfläche erstreckt.
Mein Fazit zum Kulturkaufhaus Dussmann
Wer sich in kleinen, heimeligen Buchläden am wohlsten fühlt, ist im Kulturkaufhaus Dussmann wahrscheinlich an der falschen Adresse, denn die schiere Größe des Geschäfts und seines Angebots kann auf den ersten Blick schon etwas erschlagen. Ich habe meinen Besuch dort aber sehr genossen, da beim ganz entspannten Durchstöbern aller Etagen und dem Schmökern auf den vielen Sitzgelegenheiten meine knapp drei Stunden Aufenthalt wie im Flug vergingen und ich mich zwischen so einer großen Menge Bücher ein bisschen wie ein Bücherwurm in seinem natürlichen Lebensraum gefühlt habe. 🙂
Für eine kurze Auszeit vom Arbeitsleben sind wir für drei Tage an die Mecklenburgische Seenplatte gefahren. Falls es euch auch mal nach Waren an der Müritz verschlägt, habe ich hier eine gute Nachricht: in dem charmanten Hafenstädtchen gibt es gleich zwei empfehlenswerte Buchhandlungen. Und die liegen sogar nur wenige Schritte voneinander entfernt.
Warmes Willkommen in der Buchhandlung Steffen
In der Nummer 7 der Langen Straße in der Warener Altstadt liegt die Buchhandlung Steffen, die erst am Anfang dieses Jahres eröffnet hat. Wenn man den kleinen Laden betritt, fallen direkt die Zitate ins Auge, die zwischen Bücherregalen und Decke prangen. Bei solchen schönen Worten fühlen sich Bücherwürmer direkt willkommen:
In der Buchhandlung Steffen findet ihr eine kleine aber gut sortierte Auswahl, die vor allem aus Romanen, Krimis und Reiseführern besteht. Im Schaufenster liegen, versehen mit kurzen Botschaften, die aktuellen Leseempfehlungen der Mitarbeiter. Der Laden in Waren ist Teil einer lokalen Kette, die Buchhandlung Steffen hat in Mecklenburg-Vorpommern noch acht weitere Filialen.
Müritz Buch: Probelesen im Strandkorb
Nur ein kurzes Stück weiter wartet schon die nächste Möglichkeit, sich mit Lesestoff zu versorgen: Müritz Buch in der Langen Straße 13. Der Laden macht seinem Namen alle Ehre, denn hier gibt es neben Büchern auch andere Produkte aus der Region. Gut zum Mecklenburgischen Flair passt auch der Strandkorb, der zu einer gemütlichen Schmökerpause einlädt.
Im vergangenen Jahr hat es mich gleich zwei Mal für Kurztrips in die wunderschöne Stadt Prag verschlagen. In der tschechischen Hauptstadt gibt es jede Menge geschichtsträchtige Orte zu sehen und da ich nicht nur Bücher- sondern auch Geschichts-Nerd bin, kam ich aus dem Staunen kaum heraus. Aber neben Museen, Denkmälern und Co. habe ich es mir natürlich trotzdem nicht nehmen lassen, auch einige Plätze für Buchliebhaber zu erkunden.
Die historische Bibliothek im Kloster Strahov
Alte Bücher, die sich in meterhohen Regalen bis unter die mit eindrucksvollen Gemälden verzierten Decken stapeln, erwarten euch in der Bibliothek des Klosters Strahov. Die jahrhundertealte Büchersammlung lässt mit ihren mehr als 200.000 Bänden und zwei historischen Sälen bibliophile Herzen höher schlagen. Der barocke Theologiesaal entstand in den Jahre 1671 bis 1674, der philosophische Saal gut ein Jahrhundert später im Jahr 1794. Die beiden prachtvollen Bibliotheksräume können leider nicht direkt betreten und jeweils nur von einem geöffneten Durchgang aus bestaunt werden – eine Vorkehrung, die dem Erhalt des historischen Ortes dient. Und wer den schönen Anblick auf Fotos festhalten will, muss für eine Erlaubnis extra zahlen (oder darf sich nicht erwischen lassen ;)). Aber auch wenn es natürlich ein absoluter Traum wäre, ganz ohne drängelnde Touris, Absperrungen und angestellte mit Argusaugen durch die beiden Säle schlendern zu können, ist auch so ein Besuch aus meiner Sicht definitiv empfehlenswert.
Die Klosterbibliothek hat täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet (aufgepasst: es gibt eine Mittagspause von 12 bis 13 Uhr). Da das Kloster Strahov im Prager Stadtteil Hradčany und unweit des Schlosses liegt, lassen sich beide Sehenswürdigkeiten gut miteinander verbinden.
Was mir an Prag gut gefallen hat – also abgesehen davon, dass die Stadt insgesamt einfach total schön ist 😉 – ist, dass man viel zu Fuß erkunden kann. Aber wer viel läuft, braucht auch mal eine Pause. Und wo könnte man als Bücherwurm besser entspannen als an einem Ort, an dem es Kaffee, Leckereien und Bücher gleichzeitig gibt? All das könnt ihr im Globe Bookstore haben. Der nach eigenen Angaben erste und beste englischsprachige Buchladen Prags lädt in der Pštrossova 6 nicht nur zum Stöbern durch das gut sortierte Sortiment, sondern im angrenzenden Cafe (mit kostemlosen Wifi) auch zum Relaxen ein.
Ein Turm aus Büchern
Wer in Prag nicht viel Zeit und sich quasi im Vorbeigehen und gratis eine Dosis Bücherliebe abholen möchte, sollte einen Blick in das Foyer der städtischen Bibliothek werfen. Denn wenn man das Gebäude durch den Eingang an der Nordseite des Marienplatzes betritt, kann man die Bücherturmskulptur von Matej Kren bewundern. Und die ist, wie der Name es verspricht, ein Turm aus Hunderten Büchern, der vom Boden bis zur Decke reicht:
Die Harry-Potter-Filme erwecken die in den Büchern von J.K. Rowling erschaffene magische Welt zum Leben. Um die Abenteuer von Harry, Ron und Hermine von den Seiten auf die Leinwand zu bringen, wurde in den Warner Bros. Studios London, aber auch an realen Locations in Großbritannien gedreht. Für den Hogwarts Express sind zum Beispiel Lok und Waggons des Jacobite Steam Train in Schottland zum Einsatz gekommen. Im Oktober hatte ich selbst Gelegenheit für eine Fahrt mit dem historischen Dampfzug.
Abfahrt in Fort William
Los ging die Fahrt mit dem Jacobite Steam Train in Fort William – allerdings bei Regenwetter, das die Aussicht auf der Zugfahrt zu trüben drohte. Als sich der Zug in Bewegung setzte, hatte der Regen aber zum Glück schon nachgelassen. Und das war auch gut so, denn auf die Anblicke, die sich vor dem Fenster boten hätte ich nicht verzichten mögen.
Traumhafte Aussicht aus dem Jacobite Steam Train
In gemütlichem Tempo bahnte sich der alte Dampfzug seinen Weg in Richtung Mallaig – vorbei an den herbstliche gefärbten Hügeln der Highlands und malerischen Seen. Gereist sind wir in der zweiten Klasse und unser Wagen hatte zugegeben nicht so viel Ähnlichkeit mit den Abteilen, in denen Harry Potter und seine Mitschüler gereist sind. Aber wie schon gesagt, kommt es bei der Fahrt mit dem Jacobite Steam Train eher auf die äußeren Werte an, also auf das, was sich vor den Fenstern abspielt.
Fahrt über das Glenfinnan-Viadukt aka die Harry-Potter-Brücke
Ein absolutes Highlight der Fahrt war auf jeden Fall das Überqueren des Glenfinnan-Viadukts. Die gigantische steinerne Eisenbahnbrücke aus dem 19. Jahrhundert hat ihren großen Auftritt in „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“, als Harry und Ron mit dem fliegenden Auto der Weasleys dort auf den Hogwarts Express treffen. Als der Zug über das gebogene viktorianische Bauwerk fuhr, witterten Hobby-Fotografen – inklusive mir – ihre Chance: Wer sich mutig aus dem Fenster lehnt, hat einen guten Blick auf den Teil des Zuges, der schon in der Kurve liegt.
Die Route des Jacobite Steam Trains – Potterheads besser bekannt als Hogwarts Express – führt über das Glenfinnan-Viadukt.
Hogwarts-See und Dumbledores Grab
Auch zwei weitere Orte, die als Location in den Harry-Potter-Verfilmungen dienten, passiert der Dampfzug auf seiner idyllischen Fahrt: Loch Shiel wurde für Szenen genutzt, die am See von Hogwarts spielen. Auf einer kleinen Insel im Loch Eilt liegt im Film das Grab von Albus Dumbeldore.
Vom Jacobite Steam Train kann man einen Blick auf Loch Shiel erhaschen, das in den Harry-Potter-Filmen als See von Hogwarts genutzt wurde.
Pause im Küstenort Mallaig
Nach einer kleinen Pause am Bahnhof von Glenfinnan erreichte die Fahrt auf der West Highland Line ihren Zielort Mallaig. In dem kleinen Fischerort an der Westküste Schottlands hatten wir knapp zwei Stunden Aufenthalt und damit genug Zeit, den Hafen zu erkunden und einen Snack zum Mittag zu essen. Zurück nach Fort William ging es dann über die gleiche Route, langweilig wurde die wunderschöne Aussicht für mich aber trotzdem nicht.
Mein Fazit:
Insgesamt dauert der Ausflug mit dem Jacobite Steam Train inklusive Aufenthalt in Mallaig fast sechs Stunden und ist damit schon ein tagesfüllendes Programm. Auch wenn die Tickets nicht ganz günstig sind, lohnt sich aus meiner Sicht die Fahrt auf jeden Fall. Jeder, der ein Faible für die schöne Landschaft der schottischen Highlands hat, kommt auf seine Kosten – und Harry-Potter-Fans sowieso. 🙂
Hier geht’s lang:
Der Jacobite Steam Train startet am Bahnhof von Fort William.
Tickets auf jeden Fall vorher buchen auf der Homepage der Westcoast Railways.
Als ich im vergangenem Herbst die schottischen Highlands besucht habe, fiel es mir nicht schwer, mir vorzustellen, dass irgendwo zwischen den malerischen Bergen und mystisch anmutenden Seen auf einmal die Türme und Zinnen von Hogwarts auftauchen. Und tatsächlich wurden einige Szenen aus den Harry-Potter-Filmen in der Gegend rund um Fort William gedreht.
Die Harry-Potter-Brücke in Glenfinnan
Eine der wohl berühmtesten Szenen, die hier entstanden sind, ist wohl der Moment, in dem Ron und Harry im fliegenden Wagen der Weasleys auf einer Eisenbahnbrücke vom Hogwarts Express eingeholt werden. Die Brücke, die als Requisite für den actionreichen Filmmoment in „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ dient, ist das Glenfinnan-Viadukt. Mit 380 Metern und 21 Pfeilern und Bögen spannt sich das gigantische Bauwerk über ein Tal im kleinen Ort Glenfinnan.
Den richtigen Moment für den Hogwarts Express abpassen
Und wie im Film rast auch im realen Leben der Hogwarts Express über die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Brücke – und das sogar mehrmals täglich. Klar, einen echten magischen Zug, der die Schüler nach Hogwarts bringt, gibt es leider nur in unserer Fantasie. Aber immerhin existiert der Zug wirklich, der für die Dreharbeiten der Harry-Potter-Filme genutzt wurde. Der Jacobite Steam Train pendelt zwischen Fort William und Mallaig und zieht dabei Potterheads und Eisenbahnfreunde gleichermaßen an.
Natürlich ist es toll, mit dem Dampfzug über das Glenfinnan Viadukt zu brausen. Aber auch von außerhalb der Waggons zuzuschauen, wie der „Harry-Potter-Zug“ über die Brücke fährt, hat seinen Charme und sorgt für tolle Fotomotive. Anhand des Fahrplans, der auf der Website der West Coast Railways einsehbar ist und je nach Jahreszeit variieren kann, lässt sich der Moment anpeilen, in dem der Zug von Glenfinnan aus in Sicht kommt.
Auf eine Sprung an den Hogwarts See
Ein richtiger Geheimtipp ist das Ganze natürlich nicht mehr und so sammelten sich mit mir einige Zuschauer, die gespannt warteten und immer wieder prüften, ob sie einen guten Platz haben, um den Zug zu beobachten. Ausgangspunkte für gute Beobachtungsplätze erreicht man entweder vom Bahnhof in Glenfinnan oder vom Glenfinnan Visitor Centre aus. Wenn ihr dort mit dem Auto parkt oder die Bushaltestelle nutzt, seid ihr auch nur einen Katzensprung von einer anderen Harry-Potter-Location entfernt.
Blick auf Loch Shiel, Potterheads besser bekannt als Hogwarts See.
Das wunderschön von den Hügeln der Highlands eingefasste Loch Shiel diente als Kulisse für Szenen, die am Hogwarts See spielen. In „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“ taucht zum Beispiel der Hippogreif Seidenschnabel im Flug seine Klaue ins kühle Nass und am Ende von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ lassen Harry und Hermine ihren Blick über das Wasser schweifen. Einfach magisch! 🙂
Ich liebe Bücher und ich liebe es zu reisen – da liegt es nahe, dass Reisebuchhandlungen eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich haben. Deshalb stand bei meinem Besuch in Barcelona auch die Buchhandlung Altair ganz oben auf meiner To-Do-Liste. Leider kann ich Spanisch weder sprechen noch lesen, aber der schöne, auf Reiseliteratur spezialisierte Buchladen hat es mir trotzdem angetan.
Die Welt in Büchern
Die Fassade von Altair in der Gran Via de les Corts Catalanes ist zwar etwas unscheinbar, aber das Schaufenster spricht reisefreudige Bücherwürmer oder literaturaffine Zugvögel wie mich direkt an: von einer großen Welt-Karte aus spinnen sich Fäden zu Büchern, passend zu verschiedenen Ländern.
In der Auslage, so wie auch im Inneren von Altair, gibt es nicht nur Reiseführer, sondern auch Romane, Sachbücher oder Biografien – alle geordnet nach Ländern, Städten und Regionen. Beim Betreten des Ladens sind mir direkt die großen Globusse (Oder heißt es doch Globen? Naja, jedenfalls waren es mehrere Erdbälle 😉 ) aufgefallen, die von der Decke hängen. Auch auf Welt-Karten – mal größer, mal kleiner – fiel mein Auge beim Stöbern durch die Buchhandlung immer wieder.
Kaffeepause zwischen Bücherregalen
Was kann eine auf Reisen spezialisierte, liebevoll eingerichtete Buchhandlung noch schöner machen? Richtig, ein Cafe! Und genau so eins gibt es im Untergeschoss der Buchhandlung Altair. Bei Kaffee, Süßigkeiten oder kleinen Mahlzeiten war das der perfekte Ort für mich, um umgeben von Büchern eine kurze Pause zu machen und die Akkus für das geschäftige Treiben in Barcelona wieder aufzuladen.
Mein Fazit: Altair ist eine Reise wert
Wenn ihr in Barcelona seid, schaut unbedingt bei Altair vorbei. Selbst wenn die Lese- und Einkaufsmöglichkeiten durch mangelnde Spanischkenntnisse beschränkt sind, macht es einfach Spaß sich in dem schön gestaltetem Ladenraum umzusehen und im Cafe eine gemütliche Rast einzulegen. 🙂
Hier geht es lang:
Llibreria Altaïr Gran Via de les Corts Catalanes, 616 08007 Barcelona www.altair.es
Ich weiß ich bin ein bisschen spät dran, aber Anfang des Jahres habe auch ich mich endlich in den Bann der Schreibkünste von Carlos Ruiz Zafon ziehen lassen. „Der Schatten des Windes“ war das erste Buch auf meiner Leseliste für 2017 und ich war total begeistert von der Geschichte rund um den Friedhof der vergessenen Bücher. Neben großem Lesevergnügen hat mir der Roman auch gleich Inspiration für meine Reiseplanung gegeben. Im März bin ich dann schließlich für ein paar Tage dem noch zögerlichen Frühling in Erfurt entflohen und habe mich aufgemacht nach Barcelona.
Mit im Gepäck hatte ich einen kleinen, aber sehr praktischen Reiseführer, in dem viele Orte, die in „Der Schatten des Windes“ aufgelistet sind. Zwar habe ich es nicht zu allen genannten Plätzen geschafft, dazu war die Zeit einfach zu kurz und Barcelona zu groß. 😉 Aber einen kleinen Einblick in das Universum von Carlos Ruiz Zafon möchte ich euch trotzdem geben.
Die Wohnung der Semperes
„Mein Vater und ich lebten in einer kleinen Wohnung in der Calle Santa Ana beim Kirchplatz.“
In einem Innenhof abseits der Carrer de Santa Anna liegt die Wohnung in der Daniel Sempere und sein Vater in „Der Schatten des Windes“ leben. In der Kirche Santa Anna hat Daniel später Bea geheiratet. Die Buchhandlung Sempere, die im Erdgeschoss des Wohnhauses liegen müsste, gibt es aber leider nicht wirklich.
Der Weg zum Friedhof der vergessenen Bücher
„Bei der Calle Arco del Teatro angekommen, wagten wir uns unter dem sich in blauem Dunst abzeichnenden steinernen Bogen ins Raval-Viertel hinein.“
Direkt an meinem ersten Tag in Barcelona hat es mich zur Carrer de l’Arc del Teatre gezogen, in deren Nähe der Friedhof der vergessenen Bücher in „Der Schatten des Windes“ liegt. Schade, dass es ihn nicht wirklich gibt. Oder vielleicht nur irgendwo in Verborgenem…?
Die Wohnung der Familie Barceló
„Der Buchhändler und seine Nichte teilten sich eine Prachtwohnung auf der Plaza Real.“
An der Placa Reial, einem schönen Platz in Barcelona mit vielen Cafés und Restaurants, haben der Buchhändler Barceló und seine Nichte Clara in Der Schatten des Windes gewohnt. Unter den Arkaden nicht weit von der Rambla hat Daniel auch zum ersten Mal Fermín Romero de Torres getroffen.
Kaffee bei den vier Katzen
„Els Cuatre Gats lag einen Steinwurf von zu Hause entfernt und diese vier Katzen hatten es mir angetan.“
Scheinbar ist nicht nur Daniel Sempere ein Fan des Cafés, denn als ich dort war, waren alle Tische besetzt. Aber auch von außen sieht das „4 Gats“ schon sehr charmant aus.
Über den Dächern von Barcelona auf dem Montjuic
„Im Krieg – stimmt es, dass man da Leute ins Kastell des Montjuic gebracht hat, die man dann nie mehr sah?“
Der Montjuic, ein Berg am Hafen von Barcelona, bietet eine tolle Aussicht über Barcelona und das Mittelmeer. Mit der Seilbahn kommt man bis hoch an das Kastell, von dem aus die Stadt mehrmals bombardiert wurde.